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Mit Schlappen durch die Wüste*

(*Am ersten Tag auf dem Ausichtsturm vom Namutoni im Etosha Nationalpark wurde ich von einer deutschen Touristin folgendermaßen angesprochen: "Mit Schlappen durch die Wüste? Das ist aber auch ganz schön mutig..." - Das Witzige daran ist, dass man zum einen innerhalb des Etosha Parks nicht aus dem Auto aussteigen darf und es zum anderen hier gerade dank der Regenzeit auch keine Wüste ist, daher ist mein Kleidungsstil in diesem Fall eher als ungefährlich einzustufen - dagegen haben wir nach Sonnenuntergang häufig Personen in kurzer Hose am Wasserloch sitzen sehen und das bei einem Malariagebiet - das find ich persönlich fragwürdiger^^)

So jetzt sind schon wieder mehr als zwei Wochen vergangen und ich hab es bisher nicht geschafft zu schreiben...hoffentlich bekomm ich noch alle wichtigen Ereignisse zusammen. Die letzte Woche im Center war vor allem deshalb komisch, weil man irgendwie froh und traurig zugleich darüber war, dass es jetzt zu Ende geht. Mit weinendem Auge muss man sich klar machen, dass man diese kleinen Knöpfe wohl das letzte Mal sehen wird und klar würde man bei einigen gerne sehen, wie sie sich in den nächsten Jahren so entwickeln. Allerdings wurde bei uns die Stimmung im Haus latent schlechter, da uns der Hausherr Sakkie neben dem Alkoholverbot nun auch noch verkündet hat, dass er uns nicht vertraut - wir wollten eigentlich gemütlich am Samstag morgen nach Windhoek starten, doch da unsere Gastfamilie schon ab Freitag auf Familienfeier eingeladen war und Sakkie ein ungutes Gefühl dabei hatte, uns alleine im Haus zu lassen (Auschlaggebend für sein Misstrauen waren ständig fehlende Gläser - ja wir Backpacker stehlen schon am liebsten Trinkgläser, ist so unglaublich praktisch und könnte man sich ein besseres Mitbringsel als alte Senfgläser aus Usakos vorstellen - wir als Gruppe anscheinend nicht^^). Dieses fehlende Vertrauen ging uns dann so sehr "auf den Sakkie", dass wir leicht verletzt beschlossen, am Donnerstag nach der Verabschiedung im Center auch gleich unsere Sachen (inklusive der neu erworbenen Trinkgläser natürlich) zu packen und lieber vor der bevorstehenden Reise noch ein paar Tage in Windhoek in unserem Lienlingshostel zu chillen. Gesagt - Getan. Daher war der Abschied von den Centerkids und Marianne auch sehr kurz und knackig und wenig emotional, aber so fällt es einem auch leichter...In Windhoek haben uns dann erstmal der Regen und das kalte Klima richtig überrascht. Es wurde sogar extra ein feucht fröhlicher Partyabend in den Inclubs von Windhoek eingeschoben, um wenisgtens wenige Stunden wieder auf Normaltemperatur zu kommen Am Sonntag gings dann für Leonie, Felix (der nach 48 Stunden und mehrmaligen "i´m pissed off" auch endlich nach Namibia einreisen durfte - an dieser Stelle sei gesagt: "Don´t trust British Airlines" - nicht nur dass Felix über Ghana fliegen hätte sollen, wo man gerade wegen Gelbfieber weder rein noch raus darf - nein, sein Rückflug von Windhoek nach Johannesburg wurde zu den ganzen Strapazen noch komplett getsrichen, weil British Airlines Informationspolitik anscheinend nicht ausgereicht hat, um weiterzugeben, dass er den Hinflug Windhoek-Johannesberg nicht erreichen konnte und er somit als "blind" gemeldet wurde - jetzt hat Felix sogar noch die große Ehre sich selbstständig um den Rückflug zu kümmern - wenn das mal kein toller Kundenservice ist!!!) Pia und mich mit unsrerem gemieteten Condor auf unsere Namibiatour los. Erster Stopp Otjiwarongo war jetzt eher nicht so sehenswürdig, außer dass wir an unserem Campingplatz neben einer ziemlich gestörten Feuershow (Unser Zeltnachbar schüttet Benzin im Plastikdeckel auf unsere bereits brennnende Kohlen - darauf gabs kurz ein großes Stichfeuer und als Specialeffekt noch den brennenden Deckel und sekundenlang die brennende Hand des Nachbarns als Höhepunkt der Show obendrauf...für unseren Grill hatte das Ganze allerdings keinen spürbaren Effekt) und außerdem in einem Zoo gewohnt haben (überall Katzen, Hunde, ein schwarzer Mops, Perlhühner und Ziegen um uns herum - wir alle sind uns auch sicher "Mischformen" der genannten Tiere erkannt zu haben und haben daher den Campingplatz liebevoll "Inzuchthausen" genannt, traurig dabei ist, dass unser Nachbar namens Feuerteufel sich höchstwahrscheinlich auch mit seiner Familie an der ganzen Schweinerei beteiligt hat). Am nächsten Tag gings dann weiter nach Tsumeb - auf dem Weg dorthin durften wir dann erstmal Bekanntschaft mit der namibischen Polizei machen, die uns mit 25 km/h zu schnell geblitzt hat - alle subtilen Versuche, die Beamten zu bestechen wurden leider komplett ignoriert, allerdings haben sie uns nach langen Diskussionen und weil wir zum Glück Bastian Schweinsteigers Bruder (die Ähnlichkeit lässt sich nun wirklich nicht mehr leugnen, nachdem Felix 2mal innerhalb von zwei Tagen darauf angesprochen wurde) an Board hatten, bar vor Ort bezahlen lassen, so dass wir uns immerhin einen Umweg von 200 km sparen konnten. Ich war am Steuer und durfte mir zum Abschied noch ein freundliches "Let drive the man, because girls love speeding" anhören, nun hoffen wir, dass die Geschichte damit auch abgehakt ist. Im Schneckentempo (ja sogar LKWs haben uns anschließend überholt) gings dann weiter nach Tsumeb an einen wirklich süßen Campingplatz, den wir bis zum Abend auch ganz für uns alleine hatten. Nachmittags war ein Ausflug zum Lake Otjikoto geplant - wir haben den See nach kurzen Anfangsschwierigkeiten auch gefunden, nur hatten wir zum einen mit niedrigeren Eintrittspreisen, späteren Schließzeiten und einer Badeerlaubnis gerechnet und haben uns dann schließlich mit einem Blick auf die Felsen (hinter dem offiziellen Zaun) um den See zufrieden gegeben. Abends haben wir uns mit Uno dann bis 22:0 Uhr wach gehalten, bevor wir (Zitat Leonie) "dann endlich ins Bett durften". Die letzten drei Tage waren wir nun im Etosha Nationalpark unterwegs (Namutoni - Halali - Okaukuejo) und wollen auch gar nicht weiterziehen, weil es hier einfach traumhaft schön ist - sowohl die einzigartig gefärbten Landschaften als auch die großen Tierherden, die bis auf 1-2 Meter an dein Auto kommen, machen diesen Nationalpark zu etwas ganz Besonderem. Wir durften hier Zeugen werden, wie ein Löwe direkt vor unserer Nase ein gemütliches Verdauungsschläfchen macht und währenddessen die restliche Nahrungskette sich von dem gerissenen As ernährt - angefangen von einem riesigen Schwarm Asgeiern, über den Schakal bis zur Hyäne - alle bedienen sich nacheinander auf Kosten des Löwens...wahnsinns Bilder einfach und gestern Abend wurden wir dann auch noch für unsere unermüdliche Geduld am Wasserloch belohnt und konnten endlich die lang ersehnten Elefanten beim abendlichen Trinken und Flanieren beobachten. Leonie ist sich zudem sicher, dass wir einen Leoparden an der Wasserstelle erblickt haben, die größere Anzahl der Anwesenden tendiert allerdings eher zu einer Hyäne. Heute ist unser letzter Tag und die Mission heißt nun "Finde das Rhino und den Leoparden!"...ob wir damit erfolgreich waren und wie es so an der Skeleton Coast aussieht, berichte ich so bald wie möglich. Bis dahin liebe Grüße an alle meine Lieben

18.4.14 21:21

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